Holodeck Wild West

 

Erotik im Wilden Westen

Unterdessen fand in der Wagenburg ein reges Treiben statt. „Los Mädels, macht Euch fein, wir haben heute Kundschaft.“ Scheuchte ein kahlköpfiger rundbäuchiger Mann einige junge Frauen durch das Lager auf einen etwas zu grell bemalten Wagen zu. Auf dem Wagen stand in großen roten Lettern „Trek Saloon, Whiskey & Girls!!!“ Die jungen Dinger kletterten aufgeregt schwatzend auf den Wagen hinauf und verschwanden in seinem Inneren. Zu diesem Wagen gehörten noch 3 andere Wagen. Einer war von innen wie ein Saloon gestaltet, die anderen boten Schlafstätten Platz und auf einem der Wagen war sogar eine kupferne Badewanne zu finden. Der Platz vor den Saloon-Wagen war wie ein Saloon gesaltet. Ein paar Tische, ein Tresen und sogar ein Klavier standen bereit.


Der kahlköpfige Mann mit dem runden Bauch hieß Sloan. Er verschwand diensteifrig hinter den Tresen, krempelte seine Ärmel hoch und wischte mit einem schmutzigen Lappen einige Gläser aus. „Der Saloon hat geöffnet. Hereinspaziert!! Ein Whiskey nur 5 Cents. Ein Vollbad 10 Cents und ein Schäferstündchen nur 1 Dollar.“ Kaum hatte Sloan sein Sprüchlein verkündet, da fing der Klavierspieler an zu spielen. Die Mädchen, drei an der Zahl, hatten sich bunte Kleider angezogen und die Lippen rot gemalt. Sie stellten sich und rund um das Klavier in aufzreizende Pose.

Django hatte mittlerweile sein Pferd versorgt und sich beim Trekführer angemeldet. Er würde als Revolvermann eine Weile mit dem Trek mitreisen und für seine Dienste Kost, Logie und einen halben Dollar pro Tag erhalten. Seine Dienste beinhaltete nicht nur die Bewachung des Treks, sondern auch der Trieb der zum Trek gehörigen Rinderherde. Angelockt von den Tönen des Klaviers, betritt er neugierig das Areal des Wandersaloons. Langsam tritt er an den Tresen heran. „Einen Whiskey…“ Er dreht dem Bartender den Rücken zu und lehnt sich lässig gegen den Tresen. Mit seiner linken Hand fährt er sich über das unrasierte Kinn während seine rechte Hand den Kontakt zum Knauf seines Colts scheinbar nie verlor. Schwungvoll schob der Bartender Django ein Glas Whiskey über den Tresen zu. Das Glas hinterließ einen feuchten Film des Fusels auf der blank gescheuerten Oberfläche des Tresens. Der Blick Djangos wanderte durch den „Openair-Saloon“, einige andere Männer hatten an den Tischen Platz gefunden. Ein paar zukünftige Farmer hatten sich zu einer harmlosen Pokerrunde eingefunden. Dieser Teil der Wagenburg glich jetzt eher einer kleinen Stadt denn eines Treks, welcher Richtung Westen zieht. Die eisgrauen Augen Djangos wanderten langsam weiter und blieben unvermittelt bei dem Pianomann hängen. Nicht der Pianomann interessierte ihn, sondern die Mädchen.


Er überlegte. Wie lange schon hatte er keine Frau mehr gehabt? Zulange jedenfalls. Besonders das blonde junge Ding in dem knallroten Kleid schien es ihm angetan zu haben. Ihre prallen Brüste schienen vom Dekolleté des Kleides kaum gehalten werden zu können und ihre Taille war schlank wie die einer Wespe. Ihr roter Schmollmund schien noch mehr als nur heiße Küsse zu versprechen und ihr Lachen klang glockenhell. Sloan, der Bartender war dem Blick Djangos gefolgt. „Gefällt Sie ihnen?“ Kaum merklich nickte Django. „Die Geschäfte laufen schlecht und weil Sie es sind, wird sie Ihnen für einen halben Dollar willig sein.“ Wortlos schnippte Django dem Bartender eine 50 Cent Münze zu, der diese geschickt auffing. „Zehn Cent mehr und sie badet Dich.“ Flüsterte der Bartender Django ins Ohr. „Oh.. oh.. okay, das Bad gibt es gratis dazu.“ Als er Djangos kalten Blick auffing. Der Bartender lief geschäftig zu dem blonden Mädchen und schaute in Djangos Richtung. Sie folgte seinem Blick und mit aufreizend wiegenden Hüften ging sie auf Django zu. „Na Großer, wie darf ich Dich denn anreden.“ Ihre Stimme hatte einen rauchigen erotischen Klang angenommen. „Django.“ Kam die knappe kurze Antwort. Django war schon immer wortkarg. Sie rieb ihren Körper an seinem, bevor sie sich unterhakte und ihn mit sich führte. Die anwesenden Männer grinsten dem Paar hinterher.

„So komm rauf, das Bad ist schon für Dich angeheizt.“ Mit geschickten Händen fing sie an ihn zu entkleiden. Als sie seinen Gürtel öffnen wollte hielt er ihre Hand mit hartem Griff zurück. „Oh, entschuldige…“ Er nahm sich schweigend seinen Waffengürtel selber ab und legte seine Colts griffbereit neben die Badewanne. „Du kannst mich Cat nennen.“ Versuchte sie erneut eine Konversation und beobachtete Django beim Einsteigen in die Wanne. „Uhh… was für ein T…, na dann wollen wir mal schauen, wie Du unter der Dreckschicht aussiehst.“ Mit einem weichen Schwamm und einer harten Bürste bewaffnet tauchte sie ihre Hände in das Badewasser. Schon nach kurzer Zeit hielt sie seine Fleisch gewordene Erregung in ihren Händen und sie wußte worauf sie sich freuen konnte. Django legte sich entspannt zurück und genoß die Waschung. Nach einiger Zeit und zwei verbrauchten Stückchen Seife holte Cat ein Handtuch. Django stieg aus der Wanne und sie trocknete ihn gründlich ab. Anschließend führte sie ihn in den hinteren Teil des Wagens. Dort befand sich ein echtes Bett mit einem metallenen Bettgestell, weichen Decken und flauschigen Kissen. Django umfaßte Cats Taille, riß sie zu sich heran und preßte hart seine Lippen auf ihren vollen roten Mund. Seine Zunge suchte sich unnachgiebig ihren Weg zwischen ihren Lippen hindurch und zwang ihre Zunge zu einem leidenschaftlichen Spiel. Währenddessen raffte seine rechte Hand fast schon gierig den Rock ihres Kleides und seine linke Hand umfaßte fest ihre rechte Brust. Cat versuchte sich zu befreien, wenn er so weiter machte, würde er ihr Kleid zerreißen und wo sollte sie hier in der Wildnis ein neues her bekommen? Atemlos bekam sie ihren Mund frei und endlich konnte sie ihn auch wegstoßen. „Nicht so wild, mein Hengst. Entspann Dich…. .“


Er ließ sich auf das Bett fallen und betrachtete mit einer gewissen Gier, wie sie anfing sich auszuziehen. Sie stellte sich in eine aufreizende Pose vor ihm hin und nestelte an den Hakenverschlüssen am Rücken ihres Kleides. Endlich konnte sie es von den Schultern rutschen lassen. Eine enggeschnürte Corsage hielt ihre prallen Brüste gerade so im Zaum. Beim Abstreifen ihre Strumpfbänder und der Strümpfe bückte sie sich tief nach vorne und gewährte Django einen tiefen Einblick. Mit Wohlwollen aber auch mit unverhohlener Gier betrachtete er den Strip von Cat. Endlich stand sie nackt vor ihm und er genoß den Anblick. „Komm her.“ Seine Stimme war hart und duldete keinen Widerspruch. Cat kam zu ihm auf das Bett. Seine Hände, nicht gewöhnt zärtlich zu sein, griffen fest zu und seine rauhen Finger umspielten ihre zarten Knospen, die sich schnell erhärteten. Cat küßte ihn hingegen zärtlich auf den Mund und ihre Zunge leckte neckisch über seine Lippen. Seine linke Hand fuhr über die weiche Haut ihrer Innenschenkel und fast zögerlich drangen seine Finger in Cat ein. Leise stöhnte sie auf und leicht biß sie auf seine Unterlippe. Das schien für ihn das Signal zu sein. Schwungvoll warf er sie herum und sich auf sie drauf. Seine Beine zwängten sich zwischen ihre Beine und zwangen diese auseinander. Hart und schnell erst, dann langsam und genießend drang er in sie ein immer und immer wieder. Ihre Krallen unterdessen, denn anders konnte man ihre Fingernägel kaum noch nennen, bohrten sich tief in die Haut seines Rückens und hinterließen rote Spuren dort. Ihre Zungen spielten ein wildes Spiel zum scharfen Ritt der Leidenschaft. Immer und immer wieder drang er in sie ein, mal zärtlich und langsam und dann wieder hart und schnell. Er beherrschte sie, wie er sein Pferd beherrschte und so trieb er sie immer wieder zu Höhen, die sie in einer solchen Intensität nie vorher erlebt hatte. Mit einem letzten harten Stoß drang er tief in sie ein und ergoß sich in ihren Schoß. Ihre weiße Haut schimmerte matt und ihr Atem ging schnell. Noch einige Zeit lagen beide schweigend nebeneinander. Sie wußte er würde sie irgendwann verlassen und sie würde ihn nie wiedersehen, doch die Zeit, die sie jetzt mit ihm hatte, die wollte sie genießen…

 

 

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Holodeck Phantasie

 

=/\= Holodeck USS Lincoln =/\=

Seth Gecko: „Computer, Programm Seth – Ezri Alpha IV starten.“

Seth freute sich schon, endlich hatte er Freizeit und konnte nun seine kleine Romanze mit Ezri weiterleben. Ezri, diese junge Trill-Dame faszinierte ihn schon, seit er ein Essay von ihr gesehen hatte. Eine holographische Aufzeichnung von der USS-Excalibur. Auf der USS Excalibur war sie Kadettin und CMO gewesen. Und die holographische Aufzeichnung fand er zufällig in den Datenbanken der Lincoln. Dr. Ezri Chaz hatte eine neuartige Operation an einem Terraner durchgeführt und die Aufzeichnungen der gesamten Ausbildungsflotte überlassen.

Und nun hatte er sich sein persönliches Programm geschaffen. Mit Dr. Ezri Chaz in der Hauptrolle. Er hatte ihre gesamten Daten übernommen, allerdings ihre Persönlichkeit dahingehend verändert, daß sie etwas zugänglicher war und sich auf jedenfall in ihn verlieben würde. Außerdem hat er ihre medizinische Datenbank deaktiviert. Ihren Körper hatte er 1:1 übernommen.

Und nun sah er sie in der Ferne auf einer Klippe stehen. Der Wind zerzauste ihre lange wilde rote Mähne und ihr Kleid wurde aufgebauscht. Im Gegenlicht der Sonne schimmerten jeder ihrer wunderbaren und aufregenden Rundungen durch den hauchdünnen Stoff des Kleides. Seth gab seinem Pferd die Sporen. Im wilden Galopp jagte er heran und erst kurz bevor er Ezri erreichte, bemerkte sie ihn. Sie drehte sich zu ihm um und er ließ sein Pferd die Hufe in die Luft werfen, bevor er absprang und Ezri um ihre schlanke Taille zu fassen um sie wild zu küssen.

Ihre Lippen schienen leidenschaftlich miteinander zu verschmelzen und Ezri ließ sich in seine starken Arme sinken. Nach einem, so wie es schien, endlosen Kuß, nahm Seth Ezri auf seine Arme und setzte sie auf sein Pferd. Er saß selber auf und sprengte mit ihr davon, so schnell die Hufe des Pferdes die beiden trugen. Am Ende der Steilküste hob sich trotzig eine stolze Burg empor. Sie war gebaut, wie seinerzeit Bajoraner ihre Burgen erschufen. Stolz und uneinnehmbar.

Seth ritt mit Ezri im Arm direkt in die große Halle der Burg hinein und erst dort saß er ab und hob sie behutsam vom Pferd herunter. Ezri lächelt ihn aus ihren katzengrünen Augen an.

„Seth, du bist gekommen…. Und ich bin bereit. Ich möchte Dein sein, Dein sein für immer.“

Sein Herz klopfte ihm bei diesen Worten bis zum Hals und überglücklich nahm er sie in die Arme. Seine Hände wühlten sich in ihre rote Mähne und abermals küßten seine Lippen stürmisch ihren vollen roten Mund. Dann nahm er sie wieder sanft auf seine Arme und trug sie die breite Treppe hinauf in sein Gemach. Dort standen sie sich wieder gegenüber und wieder schien die Sonne von hinten durch ihr Kleid und wieder war sein Blick gefangen von ihrer atemberaubenden Figur. Seth trat an Ezri heran und sie schlang ihre Arme zärtlich um sein Hals. Seine Zunge suchte diesmal nun ihren Weg zwischen ihren Lippen hindurch und ihre Zunge begrüßte die seine freudig und leidenschaftlich. Seths Hände umfaßten ihre Taille und wanderten ihren Rücken hinauf um die Spangen des Kleides auf ihren Schultern zu lösen. Wie der Hauch eines Frühlingswindes schwebte ihr Kleid sanft zu Boden. Seine Hände fuhren über ihre zarte Haut ihre Konturen nach. Endlich lösten sich ihre Lippen wieder von einander und nun folgten seine Augen seinen Händen und ihrer schönen Tüpfelzeichnung. Zart ließ er seine Hände über ihre festen Brüste gleiten und ein wohliger Schauer rieselte ihr über den Rücken. Ihre geschickten Hände unterdessen hatten die Schnallen, Haken und Ösen seiner Kleidung geöffnet und nun konnte auch sie ihn entkleiden. Alsbald schon standen sie sich nackt gegenüber und ein jeder genoß den Anblick des anderen. Wie schon zuvor erkundeten ihre Zungen das innere ihrer Münder. Dann jedoch glitten seine Lippen und seine Zungenspitze zart über die Haut ihres Halses. Sie glitt hinab zu ihren Brüsten und brachten mit neckischem Spiel ihre zarten Knospen zum Erblühen. Ein leises Seufzen entfuhr ihren Lippen und Seths Liebkosungen ließen ihre Knie weich werden, so daß sie sich rücklings auf die weichen Felle seines Lagers hinabsinken ließ. Seine Zunge wurde nun mutiger und wanderte hinab zu ihrer intimsten Stelle. Sie war heiß und sein Eindringen ließ sie nun lustvoll aufstöhnen. Er ließ seine Zunge wieder nach oben wandern um sie wieder leidenschaftlich zu küssen, ihre geschickten Hände streichelten ihn und auch sie verspürte große Lust ihn zu schmecken. Schon nach kurzer Zeit allerdings konnte er nicht an sich halten und er drang in sie ein. Immer und immer wieder und in ihrer gemeinsamen Lust erfüllte sich alsbald das höchste ihrer Gefühle in einem gemeinsamen Rausch ihrer Sinne. Eng umschlungen lagen sie noch lange auf den weichen Fellen. Miteinander verschmolzen hallte in ihnen der Rausch der Lust noch lange nach. Zart berührten sich wieder und wieder ihre Lippen und keine Worte vermochten ihre Liebe auszudrücken.

„XO Seth Gecko, zur Brücke.“

 

 

 
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Das Duschbad

 

Das Duschbad

Heiß prasselt das Wasser auf ihren Körper nieder. Schwüle Nebelschwaden streifen durch den Raum und die Glasflächen beschlagen. Zart streicht sie mit einem großen Schwamm über ihre Beine. In kreisenden Bewegungen immer höher. Als die leicht raue Fläche des Schwammes über ihre Brüste streift, erblühen ihre Knospen und ein wohlig warmes Gefühl breitet sich in ihrem Bauch aus.

Heiße Wallungen verspürt sie zwischen ihren Beinen, ein leicht kitzeliges Gefühl. Leicht geschwollen und heiß, Feuchtigkeit, die nicht vom Wasser kommt. Ihr Körper verlangt Befriedigung. Und als sie wieder mit dem Schwamm über die harten Knospen ihrer Brüste fährt, entgleitet ein leises Stöhnen ihre vollen roten Lippen. Langsam und sich selbst quählend lenkt sie den harten Strahl über ihren Körper. Immer wieder an ihren Innenschenkeln entlang, die sie schon lange in freudiger Erwartung gespreitzt hat.

Ihre Augen hat sie geschlossen und ihre Gedanken sind wild und geil. Endlich lässt sie es zu, dass der harte warme Strahl der Dusche, die kleine Perle der Lust massiert. Ströme durchzucken ihren Körper, die Hitze in ihrem Unterleib steigert sich und die Lust erreicht einen Punkt, der ihr unerträglich erscheint. Fest knetet ihre eine Hand ihre Brust und noch schwankt sie, den Strahl der Dusche wieder abzuwenden. Jede kostbare Sekunde dieses einzigartigen Gefühls will sie auskosten. Die Hitze, die andere Feuchtigkeit, das Zerfließen vor Wollust, das Eins sein mit allem und nichts. Die Lust.

Ezri, Zürich 2004

 

 

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Geboren um unglücklich zu machen

Ich sitze im Zug und weine.

Ein Fremder fragt mich: „Warum weinen Sie?“

Ich antworte: „Weil ich geboren wurde um unglücklich zu machen.“

Er fragt:“ Warum?“

Ich sage: „Weil es leichter ist jemanden unglücklich zu machen als glücklich zu machen.“

Er fragt: „ Wie kommen Sie darauf?“

Ich antworte: „ Ich erzähle es Ihnen, aber es wird Sie nicht glücklich machen.“

Er setzt sich hin: „Ich höre zu.“

Und ich fange an zu erzählen.

 

Ich bin geboren worden, um meine Eltern unglücklich zu machen. Denn sie gehörten nicht zusammen und mussten wegen mir miteinander ausharren.

Dafür wurde ich bestraft, denn mein Stiefvater ist auch ein Mensch, der geboren wurde andere unglücklich zu machen.

Am Ende war ich meinen Eltern gleichgültig. Am Ende werde ich allen gleichgültig sein.

Dann machte ich viele junge Männer unglücklich, die meinten ich liebte sie und die mir ihre Liebe schenkten. Aber sie wussten nicht, dass ich gar nicht lieben kann, denn ich wurde ohne Liebe geboren.

Dann gebar ich ein Kind und ich brach ihm das Herz. Ich trennte mich von ihm und jeder Kontakt bricht im erneut das Herz. Aber ich kann nicht aufhören Kontakt zu halten, also werde ich ihm immer mehr das Herz brechen und irgendwann wird da kein Herz mehr sein, welches ich brechen kann.

 

Der Fremde fragt: „Warum ändern Sie das nicht?“

Ich antworte: Weil meine Angst vor der Endgültigkeit des Todes noch zu groß ist.

 

Er steht auf und geht weg und ich sitze wieder allein und weine. Weine so lange, bis mich die Kälte der Gleichgültigkeit umgibt…

 

 

Ezri, Zürich, 23.02.2004

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Es tut gar nicht weh (Werwolfgeschichte)

Es tut gar nicht weh

Nervös geht er hin und her.
Seine Hände krallen sich in sein dunkles lockiges Haar, als wolle er sich die Haut vom Kopf reißen.
Schweiß quillt aus seinen Poren, der Stoff seiner Kleidung ätzt seine Haut.
Er lässt seine Haare los und reißt sich die Kleidung vom Leib.
Er ist nackt und sein Gesicht ist der Ausdruck reinsten Schmerzes.
Heiß lodert er in seinem Inneren und kalt glänzt der Schweiß auf seiner Haut.
Er sieht nicht mehr, er hört nicht mehr, er riecht nicht mehr.
Er ist der Schmerz, der ihn jetzt in die Knie zwingt.
Die Berührung des Teppichs ist die stachelige Spitze des Schmerzes.
Nur seine Hände und Füße berühren den Teppich, sein Körper wölbt sich nach oben. Aber der Schmerz zwingt nun doch die Knie auf den Boden.
Er kann nicht schreien, denn der Schmerz nimmt ihm die Stimme.
Ein Beobachter würde nur ein Keuchen hören, ausgestoßen von Lungen die sich mit Luft füllen und dabei ihre Form ändern.
Knochen brechen, ordnen sich neu an. Organe verändern ihre Form und Größe und ordnen sich neu an.
Seine Oberschenkel verkürzen sich, seine Hände und Füße verlängern sich.
Finger verkürzen sich, Nägel wachsen.
Fell wächst, bohrt sich wie feurige Nadelstiche durch die Haut.
Man hört das Knacken der brechenden Knochen, erahnt nicht im leisesten, wie sehr es schmerzt.
Zähne fallen blutig aus, die Kiefer verformen sich.
Zähne wachsen, scharf und spitz.
Die Nase so empfindlich, daß Gerüche zu sehen sind.
Die Ohren so scharf, daß Töne zu sehen sind.
Der Körper erbebt ein letztes Mal, der Mensch denkt ein letztes Mal, dann ist es vollendet.
Instinkt treibt ihn voran, er fühlt sich leicht, schnell und unglaublich stark. Unter prächtigem Fell sieht man das geschmeidige Spiel starker Muskeln, sein Ruf hallt durch die Straßen und Wissende zucken ängstlich zusammen…

Ich liebe diese Szene der menschlichen Phantasie. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich mir diesen Film schon angeschaut habe, aber es war bestimmt schon mehr als 15 Mal.
Während der Film-Werwolf auf die Jagd geht schweifen meine Gedanken ab. Ich denk an all die Bücher die sich mit Werwölfen befassen. Es gibt sogar Rollenspiele, die sich mit Werwölfen und Vampiren befassen. Es ist faszinierend, wie sehr der Mensch sich mit den finsteren Abgründen seiner selbst befasst und das zum Teil auf heroische Weise.
Garou werden Werwölfe im Rollenspiel genannt, streng getrennt nach Herkunft, Fähigkeit und Art, unterteilt in Clans.
In der Literatur gibt es sogar Wer-Schakale, von den ganzen Wer-Katzen und Wer-Was-Weiß-Ich ganz zu schweigen.
Aber dennoch zieht es den Menschen immer wieder zu den Wölfen. Jenen herrlichen Tieren um die sich so manche Sagen ranken. Leider meist Sagen und Geschichten in denen der Wolf eine eher unrühmliche Figur macht.
Man sagt, der Wolf war vor den Menschen und er würde noch nach den Menschen sein. Vielleicht ist das der Anlaß für all die Geschichten. Gefürchtet und geliebt zugleich, jagt der Mensch ihn oder will er eins sein mit ihm. Manchmal möchte der Mensch sogar in die Haut des Wolfes schlüpfen.
Ach da fällt mir ein, da gab es noch jenen Werwolffilm, da verwandelt sich der Mensch mehr innerlich als äußerlich in den Wolf. Eine wirklich gelungene Interpretation des Werwolfes hervorragend dargestellt. Aber das ist kein Wunder, der Darsteller ist einer von uns.

Das Geschehen auf dem Bildschirm holt mich aus meinen Gedanken zurück. Der Mann unterhält sich mit seinen toten Opfern, sie flehen ihn an, er solle sich selber töten, damit auch sie ihre Ruhe finden.
So ist es aber nicht, niemals flehen tote Opfer ihre Täter an, sie bleiben tot.
Nun wird er erschossen, zurück bleibt der verletzliche schwache menschliche Körper, getötet von entsetzlich normalen Geschossen.
Irgendwie gefielen mir die älteren mystischeren Geschichten um den Werwolf mehr, als das neumodische Zeugs von heute.

Ich stehe auf.
Es ist Nacht und als ich den Vorhang zur Seite schiebe, ergießt sich silbern das Licht des Vollmondes in das Zimmer.
Ich halte eine Hand in das Mondlicht.
Es ist warm und irgendwie kühl zugleich.
Es prickelt und in meinem Bauch breitet sich ein Gefühl aus, wie es nur frisch Verliebte kennen.
Ein wohliges Flattern, nervöse Freude auf das was jetzt folgen wird.
Ich ziehe mich aus, gestatte aber nur einer Hand oder auch mal einen Fuß das Bad im Mondlicht.
Zu schön ist das Gefühl.
Ich zögere es genießerisch hinaus.
Immer mehr Haut lasse ich vom Mond bescheinen, ich räkle mich auf dem kühlen Parkett meines Wohnzimmers.
Kühl aber nicht kalt, berührt das Licht des Mondes meine Haut.
Meine Gedanken ändern sich.
Damit fängt es immer an.
Die Gedanken ändern sich.
Ich spüre das Blut der Familie, älter als das Blut der Menschen.
Ich rieche das Licht des Mondes und höre seine süße Melodie.
Mein Körper sehnt sich nach der Liebkosung seines Lichtes.
Er reckt sich ihm entgegen, dreht und windet sich.
Meine Gedanken schwinden, werden weniger fassbar und doch so klar.
Und während sich meine Muskeln straffen, meine Pfoten im schnellen Lauf den Boden kaum berühren, die Lust nach des Opfers Blutes fast schon unerträglich wird, denke ich ein letztes Mal: Es tut gar nicht weh…

Ezri, Zürich 03.01.2004

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