Terrazeit: 14.06.2026
Vor 32 Jahren, also 1994, hatte ich meinen Motorradführerschein gemacht. Vorangegangen bin ich damals fast fünf Jahre als Sozia mitgefahren. Mein damaliger Freund war nicht angetan. „Wenn du den Motorradführerschein machst, verlasse ich dich.“ Tja, ich habe ihn gemacht, unsere Wege trennten sich und führten mich über Umwege dann schlussendlich zurück zu meiner ersten Motorradliebe. Die Indian. Ich sah sie das erste Mal auf einem großen Motorradtreffen. Dort gab es ein paar Verkaufszelte und Würstchenbuden, jede Menge Motorräder zu sehen und da stand eine Indian und ich war schockverliebt. Was für eine das war, keine Ahnung, das Treffen fand irgendwann Ende der 19810er oder Anfang der 1990er statt. Smartphones gab es noch nicht, und wenn man Fotos machte, dann musste man noch einen Film in den Fotoapparat einlegen. Ich hatte keinen Fotoapparat dabei, das einzige Erinnerungsstück, das ich von dieser Veranstaltung noch habe ist ein Gürtel, auf dem Easy Rider drauf steht und einer Harley Davidson Gürtelschnalle.
Und jetzt, 32 Jahre später und ich bin nach dem Bestehen der Führerscheinprüfung nie wieder selber gefahren, wird es eine Indian geben. Also genau genommen 33 Jahre später, denn die Indian zieht erst 2027 in unsere Garage ein.
Im Kopf hatte ich schon länger daran gedacht, wieder auf ein Motorrad zu steigen. Aber sehen wir es mal so, in der Regel sind die Maschinen zu hoch oder zu schwer oder halt beides. Motorroller (ich hatte auch Ausschau nach was elektrischem gehalten), falls irgendwer meint die seien doch klein. Äh äh, die sind sogar noch höher und ein sicherer Stand ist mir absolut wichtig. Die Fahrschulmaschine, die ich hatte war eine Kawasaki Zephyr 550 und die war mir deutlich zu hoch. Auf Zehenspitzen über 200kg zu balancieren, wenn man selber gerade mal so 46kg auf die Waage bringt ist nicht lustig. Ich habe aber trotzdem meine Prüfung bestanden.
Back to jetzt.
Eigentlich hatte ich, inspiriert durch die Nachbarin, die eine Harley Davidson Sportster fährt, an die Harley Davidson Nightster gedacht. Aber immer auch Indian im Hinterkopf.
Wir sind gestern dann zum Harley Händler gefahren, um auf der Nightster zur Probe sitzen. Sie war etwas zu hoch, wollte ich sicher mit den Füßen auf den Bode kommen, hätte ich Krümmerkontakt, wäre also eine heiße Angelegenheit geworden bzw. wäre zum eigentlichen Kauf der Maschine noch ein paar Änderungen oben drauf gekommen.
Auf dem Weg nach Hause haben wir noch spontan einen Schlenker zum Indian Händler gemacht. Da stand sie da. Indian Scout Sixty Bobber, gerade mal 65 cm Sitzhöhe und nur ca. 25kg schwerer als die Nightster.
Perfekt für mich!
Ich habe mich drauf gesetzt, beide Füße sicher am Boden, kein doofes wackeliges Gefühl, obwohl sie 243kg wiegt und ich 53kg (Stand jetzt). Ein echtes Glücksgefühl.
Und jetzt weiß ich gar nicht, wie ich bis zur nächsten Saison schlafen soll, so voller Vorfreude.
Wird vermutlich eine andere Farbe haben, aber so wird sie ungefähr aussehen, allerdings mit einem anderen Lenker dran.
Auf dem Bild sieht man es. Perfekt für meine Beine und auch bequem, aber die Arme sind zu kurz. Daher kommt ein anderer Lenker dann dran.
Juhuuu, meine Beine sind lang genug für den absolut sicheren Stand. Ich hatte kein Problem kein ängstliches Gewackel, als ich sie aus dem Seitenständer-Stand aufgerichtet hatte.
Ach gucke mal da, da ist ja der erwähnte Gürtel, samt Harley Gürtelschnalle. Da brauche ich wohl noch eine Indian-Gürtelschnalle ![]()


Das dicke Ei glücklich vereint mit dem bunten Haufen
Leider nur ein winziger Ausschnitt, der gesamten Hühnerschar und der riesigen Wiese, die sie bewohnen. Aber immerhin gelang es mir den Hahn zu knipsen. Sein Krähen fängt vorne kräftig an, aber nach hinten heraus klingt es nach einem eher mageren Krächzen.


Das Ende, Erinnerungen auf der Zunge…