Bandscheibenvorfall zwischen dem 5. und 6. Halswirbel

 

Hallo liebe Leute,

hier also der Bericht über meinen Bandscheibenvorfall.

Vorgeschichte:

Ich hatte im letzten halben Jahr im rechten Arm, vor allem im Schulterbereich immer wieder mal Schmerzen und dachte da eher an Verspannungen. Physiotherapie brachte irgendwie nur kurzfristig Linderung, aber nicht auf Dauer.

Der Bandscheibenvorfall:

Am 22.12.2010 morgens im Bett reckte und streckte mich und gähnte zu gleich. Es knackt und ein reissender Schmerz trat plötzlich und mit voller Intensität in der rechten Schulter auf. Novalgin als Schmerzmittel brachte keine Linderung, Phystiotherapie auch nicht. Am 23.12.2010 kamen unsere Gäste für die Weihnachtsferien. Ich verbrachte die meiste Zeit flach liegend im Bett und wollte unbedingt Weihnachten irgendwie überstehen. Die Schmerzen ließen sich mit Schmerzmittel aber leider nicht mindern. Ich hatte das Gefühl, ich schluckte schlechtschmeckende Placebos. Am 27.12.2010 ging ich zum Arzt, er gab mir eine krampflösende Spritze und Tramadol, er empfahl mir mich ins Krankenhaus zu begeben. Ich wollte aber erstmal nicht. Am 28.12.2010 rief ich beim Arzt an und ließ mich dann doch ins Krankenhaus überweisen. In der Notaufnahme bekam ich als Schmerzmittel Dafalgan, aber ich hatte nicht das Gefühl einer Wirkung. Man verabreichte mir dann intravenös Morphium und endlich ließ sich der Schmerz auf ein erträgliches Maß abschwächen. Ich wurde stationär aufgenommen und erhielt tagsüber ca. alle vier Stunden als Schmerzmittel Novalgin, Tramal und Dafalgan für die Nacht gabs in der ersten Nacht bis zu vier Mal Morphium. Endlich war etwas Schlaf möglich.
Am nächsten Tag wurden Röntgenbilder gemacht, ein Orthopäde untersuchte mich und es wurde eine Kernspintomographie (auch MRT oder MRI genannt) gemacht.

Hier das Bild aus "der Röhre"

 

 

 

Am Freitag dem 31.12.2010 bekam ich dann Besuch von dem Neurochirurgen, der mich später dann auch operierte. Er ließ mir nicht viel Zeit mich für oder gegen die OP zu entscheiden, eine Alternative gab es ohnehin nicht mehr. Entweder OP und irgendwann keine Schmerzen und vor allem Bewegungsfreiheit oder halt Schmerzen und Rollstuhl bzw. Pflegefall, denn der Vorfall hatte das Rückenmark schon sehr stark eingequetscht, wie man auf dem Bild gut erkennen kann.
Ich unterschrieb also und wurde zwei Tage später in das Herz- und Neuro-Zentrum Kreuzlingen verlegt und tags da drauf dann operiert. Ich hatte eine Scheißangst, denn so eine OP kann ja auch schief gehen und ich hätt immer noch zum Pflegefall werden können.
Der Eingriff zählt heutzutage zwar zu den Routineeingriffen, aber am Häufigsten wird er im Lendenwirbelbereich gemacht und wenn es doch an der Halswirbelsäule ist, meistens zwischen dem 6. und 7. Halswirbel. Aber ich muß ja unbedingt ne Extrawurst haben…

Und hier dann der Befund und der OP-Bericht:

 

 

 

 

 

Am 07.01.2011 durfte ich wieder nach Hause, also genau vier Tage nach der Operation. Ich hab einen riesen Zettel mit physiotherapeutischen Übungen mit bekommen und muß auch weiterhin noch Schmerzmittel (dreimal täglich Voltaren) einnehmen, ohne geht es leider noch nicht.

Eingebaut wurde ein sogenannter Cage. Also eine Art künstliche Bandscheibe, die mittels einer Metallplatte und Schrauben an ihrem Platz gehalten wird. Es ist so gesehen eine Versteifung zwischen den Wirbeln 5 und 6.

 

 

 

Mittlerweile sind 10 Monate vergangen. Die Schmerzmittel konnte ich damals schon nach wenigen Tage wieder absetzen. Ich hab hin und wieder noch ein seltsames Gefühl in der Kehle, als würde man ein zu großes Bonbon herunterschlucken und es rutscht nur sehr langsam mit einem leichten Schmerz. Dann und wann habe ich auch noch das Gefühl, daß mir das rechte Bein und der rechte Arm nicht gehören. Nunja, die geplatzte Bandscheibe hatte ja schließlich auch dafür gesorgt, daß ich schon Lähmungserscheinungen im rechten Bein und Arm hatte.

 

Nachtrag: Hier gehts zum Jahrestag und hier habe ich noch das physiotherapeutische Infoblatt für nach der OP hinterlegt.

 

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Faules Stück – …achnee, Halsrippe

 

Oh man, über Jahrzehnte durfte ich mir anhören, daß ich kein Durchhaltevermögen hätte, daß ich gar faul sei. Und ich nahm es so hin, denn es stimmte, ob beim Tapezieren, Putzen, Malern oder sonstwelche Arbeiten, bei denen man Hände und Arme viel und/oder mit Kraft einsetzen mußte, hatte ich recht schnell schlapp gemacht. Puhhh… ich mag nicht mehr – Puhhh… ich kann nicht mehr – usw.

Ich hatte während meiner Ausbildung bei der Post, Ende der 80er Jahre meine erste Nervenentzündung die Arme betreffend und war mehr als vier Wochen krankgeschrieben. Es läge an der gleichtönigen wiederholten Armbewegung beim Briefe in die Fächer verteilen, hieß es.

Die Post war nur bis kurz nach Ende meiner Ausbildung mein Arbeitgeber, Paketzustellung fand ich auch recht anstrengend. Ich fand eine Arbeit in einem Büro und außer einen erhöhten Aspirin-Konsum ging es mir recht gut. Dann wurde ich Mutter und hatte einen Mann, der im Haushalt recht fleißig war. Er fand nur, ich sei nicht sehr ausdauernd, wenn es um das Tapezieren oder Streichen von Wänden ging, aber sonst war nix auffällig.

Dann kam der Job in einem Ausflugsrestaurant. Meine Aufgabe war sehr vielfältig. Morgens alle Stühle von allen Tischen hieven, währenddessen Gebäck in den Ofen schieben, Geschirr stapeln, immer hübsch nach oben, crashed ice kübelweise schleppen und in den Kühltresen kippen, an der Kasse stehen, Gästen das Essen bringe, Fondue-Brot schneiden usw. Im Gegensatz zu meinen Kollegen konnte ich nie mehr wie zwei Teller auf einmal tragen und war auch sonst nicht ganz so schnell. Letztendlich bekam ich wieder eine Nervenentzündung in beiden Armen, aber rechts besonders schlimm. Die Hand war fühlbar kälter und am liebsten hätt ich mir beide Arme amputieren lassen um dieses fiese Gefühl loszuwerden. Diese Entzündungen tun nicht direkt weh, aber das Gefühl ist so nervig, wie wenn man sich Salbe auf ne Schürfwunde schmiert. Es kam auch während ich krankgeschrieben war, prompt die Kündigung. So unwillkommen war mir das nicht, denn jeder Gedanke an meinen Arbeitsplatz erweckte negative Gefühle aller Art in mir. Ich hatte einen recht aufmerksamen Hausarzt, er veranlaßte Röntgenaufnahmen, MRT, überwies mich an einen Neurologen, untersuchte auf Borreliose etc. Ein aufmerksamer Radiologe markierte sogar jene Übeltäter, die mir diese Beschwerden verschafften, aber weder Hausarzt noch Neurologe beachteten die Markierungen.

Jahre vergingen und wann auch immer ich meine Arme und Hände über ein gewisses Maß beanspruchte, kam von diesen gleich eine entsprechende Rückmeldung.

Vor Kurzem dann überwies mich meine neue Hausärztin an einen Neurologen, wegen Schwindelgefühls. Dieser Neurologe praktiziert in einem Krankenhaus und wie das so üblich ist, bringt man seine gesammelten Röntgenwerke mit. Er untersuchte mein Schwindelgefühl, diagnostizierte Lagerungsschwindel und wir plauderten noch fröhlich wegen dütt und datt. Ich weiß nicht mehr so genau warum, aber ich zeigte ihm dieses schon etwas in die Jahre gekommende Röntgenbild mit den Markierungen des Radiologen und dem Neurologen fielen diese dann auch sofort auf. Der Radiologe hatte Halsrippen markiert. Sie sind nur rudimentär vorhanden, aber genug um auf das Nervengeflecht zuständig für meine Arme zu drücken. Die Nerven stehen also ohnehin schon dauerhaft unter "Druck" und beanspruche ich die Arme mehr bzw. die dazugehörige Schultermuskulatur, so werden die Nerven noch mehr gedrückt bzw. gequetscht und reagieren da dann doch recht gereizt.

Halsrippen, so meine Recherche, haben ca. 0,5% – 1% aller Menschen, sie sind ein Überlbeibsel aus der Urzeit. Landwirbeltiere haben diese eigentlich gar nicht mehr, außer Krokodile, Brückenechsen und Laufvögel.

Beim Menschen kann es allerdings, wie schon erwähnt, sehr selten vorkommen, daß sich diese Halsrippen (meist am 7. Halswirbel, eher selten am 4., 5. und 6. Halswirbel) doch ausbilden, von rudimentär bis komplett. Meistens einseitig und wenn einseitig dann meistens links. Je nach Ausbildungs- oder Beschwerdegrad werden diese Halsrippen operativ entfernt. Meine müssen wohl nicht entfernt werden, denn meine Beschwerden treten erst nach einer gewissen Beanspruchung auf.

Also lieber Leute, nun wißt ihr es, ich bin nicht faul, ich bin nur eine Urzeit-Mutantin ;)

Edit: Nun habe ich es doch hinbekommen, mein Röntgenbild einzuscannen. Da bei dieser Röntgenaufnahme nicht direkt nach Halsrippen gesucht wurde, ist die Aufnahme auch nicht sonderlich geeignet, diese zu sehen.

 

 

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Lagerungsschwindel – wenn einem schwindelig wird

Ich war gestern beim Neurologen, wegen meiner Schwindelanfälle… echt jetzt ungelogen. ;)
Naja, der sollte eigentlich nen Ultraschall machen und schauen ob die Arterien zum Kopf noch frei sind. Hat er aber gar nicht gemacht, nach einigen lustigen Test wie: "Folgen Sie mit ihren Augen meinem Finger" oder "Schließen Sie die Augen und tippen sich auf die Nase" oder "Schließen sie die Augen und tippen sie mit der Ferse auf das Knie des anderen Beines" usw. hat er festgestellt daß ich einen benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel links habe.
Um das zu erklären, hat er eine Schneekugel geholt, der "Schnee" der nach dem Schütteln da drin herum schwirrt stellen die Kalkkrümelchen dar, die eigentlich auf so nem Schleim rumkullern, der im Knochen hinter unserem Ohr das Gleichgewichtssinn darstellt.
Hat man diese einseitigen Schwindelanfälle (also wenn man den Kopf auf eine Seite legt und es einem dabei schwindelig wird, in die andere Richtung aber nicht), dann haben sich die Kalkkrümelchen alle auf einer Stelle gesammelt, anstatt sich über die Fläche zu verteilen.
Eine Schneekugel würde man einfach schütteln und gerade halten und dann verteilen sich die Schneeflocken allen relativ gleichmäßg auf dem Boden der Kugel.
Geht mit nem Menschen fast genauso einfach. Man schüttelt den Menschen zwar nicht einfach so, aber durch abrupte Bewegungen des Kopfes und des Oberkörpers auf eine gezielte Art und Weise so 3 – 4 Mal am Tag justiert den betroffenen Gleichgewichtssinn neu.

Nachteil: Die ersten paar Male wird einem sauschlecht  dabei.
Vorteil: Man braucht keine Medikamente und die Sache ist in wenigen Tagen ausgestanden.

 

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Dumm gelaufen – Schlüsselbeinbruch

 

Dumm gelaufen – Schlüsselbeinbruch

10.08.2008 Abreisetag vom ConQuest 08.

Voller Freude und aus reinem Übermut machte ich eine Flugrolle. Leider hatte ich dabei völlig vergessen, daß mein Körper erheblich älter ist als mein Geist und da passierte es.

Als meine Schulter unsanft den Weideboden berührte, war ein Knacken zu hören, ganz so wie wenn man einen Bleistift zerbricht. Nur sekunden Bruchteile später war auch schon der Schmerz da, der irgendwie seltsam taub wirkte. Die Muskulatur sendete einen zerreißenden Schmerz an meine Denkzentrale. Irgendwie gelang es mir aufzustehen und zu unserem Lager zu gelangen.  Auf dem Weg dahin machte ich noch Übungen mit dem linken Arm. Wie weit komm ich nach oben, nach vorn, nach hinten und zur Seite?

Und immer noch war der Schmerz irgendwie taub, wurde aber irgendwie deutlicher und deutlicher und ich hatte dazu ein loses Gefühl in der Schulter. Zerborstene Knochenenden, die aufeinander reiben und irgendwie die Schulter nicht mehr so richtig in Form halten.

„Ich glaub, ich muß zu den Sanis. Hab Unsinn gemacht.“ Mehr Infos wollte ich nicht geben. Die Sanis waren eigentlich schon abgerückt, bis auf einen. Er erkannte mit einem Blick auf meine Schonhaltung (Arm angewinkelt vor dem Körper gehalten) sofort, was los war. Es wurde ein Krankenwagen gerufen, den man sich im Nachhinein hätte sparen können. Jede kleinste Bodenwelle bedeutete Schmerzen, da hätt mich auch mein Mann ins Krankenhaus fahren können, wäre ungefähr 500,-€uro billiger geworden.

Im Krankenhaus dann ein Röntgen, was nur bestätigte, was ich schon beim Aufprall verspürte. Clavikula-Fraktur (Schlüsselbeinbruch).

Ich bekam ein starkes Schmerzmittel und mir wurde ein sogenannter Rucksackverband angelegt. Den Rucksackverband trägt man ca. 4 Wochen, dann ist der Knochen stabil, aber man ist danach noch nicht schmerzfrei. Durch die starke Schonhaltung, die ich leider zu lange einhielt, entwickelte sich im betroffenen Arm eine Thrombose. Nun schlucke ich für ca. drei Monate ein Rattengift, welches mein Blut dünn hält und natürlich in der Humanmedizin nicht Rattengift genannt wird.

Schmerzmittel habe ich nach ca. 6 Wochen komplett ab gesetzt und nun heißt es einfach abwarten, bis man irgendwann wieder völlig schmerzfrei ist und volle Bewegungsfreiheit hat.

Schlüsselbeinbruch, so sagt man, sei einer der schmerzhaftesten Brüche. Ich weiß natürlich nicht, wie sich ein Arm- oder Beinbruch anfühlt, aber im Gegensatz zum Arm- oder Beinbruch, kann man ein Schlüsselbein nicht fixieren und die ständige Bewegung (auch wenn man nur den anderen Arm benutzt, die Bewegung überträgt sich leider auch auf die gebrochene Seite), läßt einen recht lange sehr sehr starke Schmerzen verspüren…

 

 

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Nicht ganz nüchtern, oder wie ich mir die Nase brach…

 

Nicht ganz nüchtern, oder wie ich mir die Nase brach…

 

*kringel*… zur Einstimmung mal etwas von den wirklich älteren Semestern.

Meine Oma, damals schon über 60 Jahre trank gerne mit ihrem "Kaffeekränzchen" Metaxa. Und wie die lustigen Dame sich mal wieder eine Metaxa-Schelle gaben wollten oder mußten sie noch irgendwohin fahren. Es war schon dunkel, also schalteten sie das Licht ein. Irgendwann wurden sie an einer Kreuzung von einem anderen freundlichen Verkehrsteilnehmer darauf hingewiesen, daß es nicht wirklich dem Autofahren dienlich ist, nur die Innenbeleuchtung anzuhaben… *prust*

Tja… nun zu meiner kleinen Sünde… und wie es sich gehört wirds diesmal gruselig blutig…

Ich bin ja noch in einer anderen Online-Rollenspieltruppe und da wir uns schon länger kennen, veranstalten wir regelmäßig ein Treffen. Besagtes Treffen fand dann in der Jugendherberge in Hannover statt.
Wir hatten unser Wiedersehen schon mit mehr als reichlich Baileys gefeiert, da kamen wir auf die glorreiche Idee ins Kino gehen zu wollen.

-Kurzer Zwischenruf: Einem unserer Spieler hatte ich zuvor Handschellen angelegt. Und zwar echte… –

Ich bin ja von recht kleiner Statur und erwecke oft in den Köpfen der starken Männlichkeit, das Bedürfnis mich tragen zu wollen.
Auch an diesem Abend also kletterte ich auf die Schultern eines jungen starken Recken. Dieser, kräftig wie ein Bär und übermütig wie ein junges Füllen rannte mit mir auf den Schultern los. Über eine unbeleuchtete Brücke führte der Weg und da passierte es. Der junge Mann geriet ins Stolpern, weil da frech ein unbekannter Gegenstand faul im Wege herum lag. Und wir stürzten. Und wie wir da so am stürzen waren, und ich den rauen dunklen Asphalt so auf mein Gesicht zukommen sah, streckte ich meine Hände tapfer nach vorne und legte vorsichtshalber mein Kinn auf die Brust, aus Angst mir dasselbe zu zertrümmern.
Wir hatten doch eine recht hohe Geschwindigkeit erreicht gehabt, als die Schwerkraft, die es nun ja leider auch in Hannover gibt, uns zu Boden zwang. Wie ich dann so da lag, hörte ich von hinten eine Stimme:
" Ist das jetzt echt, oder ist das wieder eine von Ezris Shows?"
Innerlich mußte ich kichern, nur äußerlich leider nicht, da ich mich irgendwie nicht bewegen konnte und in dieser entsetzlichen Bauchlage noch etwas ausharren mußte.
Ich hasse es auf dem Bauch zu liegen.
Irgendwann hatten sich dann alle um mich herum versammelt und wechselten sich mit wilden Diagnosen und gutem Zureden, ich möge wieder aufstehen, ab. Als ich mich dann doch endlich mal bequemte aufzustehen, muß ich einen schrecklichen Anblick geboten haben, denn augenblicklich wurden die Stimmen, die immer noch diagnostizierten etwas leiser. Tränen rannen mir aus den Augen, dachte ich, bis einer dann meinte:
"Halt mal still, ich will Dir mal das Blut aus den Augen wischen…"
Langsam gingen wir also zurück zur Jugendherberge. Der arme junge Mann, der zunächst noch die Handschellen mit einem gewissen devoten Stolz trug, bettelte nun mehr verzweifelt um die Schlüssel, auf daß er sich aus der peinlichen Lage befreien könnte.
Also kramte ich mit meinen blutigen aufgeschürften Händen in meinen Hosentaschen und zu seiner Erleichterung gelang es mir besagtem Schlüssel zu finden.
In der Jugendherberge angekommen besah ich erstmal meine Hände bei vollem Licht.
"Wow, so genial hab ich die noch nie schminken können."
War mein erster begeisterte Ausruf. Der junge männliche Angestellte konnte diese Begeisterung allerdings nicht teilen und fragte schon halbpanisch, ob er denn einen Krankenwagen rufen solle. Nach einigem Zögern bejahte ich diese Frage, denn es war mir nicht unwichtig zu wissen, ob ich eine Gehirnerschütterung davon getragen haben könnte.
"Ähm.. was für eine Telefonnummer soll ich denn wählen?"
Leicht fassungslos schaute ich den jungen Mann an und antwortete pikiert und belustigt zu gleich:
" Wie wäre es mit 110 oder 112? Oder die direkte Nummer des Krankenhauses. Sollte im Telefonbuch zu finden sein… Ich bin nicht aus Hannover… "
Pflichtbewußt eilte der junge Mann von dannen um dann mit dem Hannoveraner Telefonbuch zurückzukommen. Irgendwie muß er es dann doch geschafft haben einen Krankenwagen zu rufen, denn nach einiger Zeit kam ein weiß gekleideter Rettungssanitäter auf mich zu.
"Na, Nase gebrochen?"
Er lächelte mich neckisch an und ich verneinte seine Frage verhement. Doch es nützte nichts schon eine leichte Berührung meiner Nase lies mich aufschreien.
"Autsch, soll ich dir auch mal die Nase umdrehen?"
Ich weiß, es war übertreiben, denn er hatte sie ja nur leicht berührt, aber der Alkohol und der Schmerz… . Artig folgte ich und einer meiner Rollenspieler dem Rettungssanitäter in den Krankenwagen und fuhren sodann eine Runde durch Hannover, bis wir endlich im Krankenhaus ankamen. Da ich, als echter Trekkie in Verkleidung meiner Rasse (Trill), die ich spielend verkörpere, im Krankenhaus ankam, meinte die Schwester in der Notaufnahme zu mir:
"Na, der wievielte Wirt biste denn?"
Ein sicheres Zeichen, daß diese ebenfalls ein Star Trek Fan ist.
"Der fünfte", antwortete ich forsch: "Ich hoffe Ihr seid auf Symbionten eingerichtet."
"Na klar… "
Und ich wurde in ein kleines OP gebracht, zu dessen Einrichtung auch ein Spiegel gehörte. Fasziniert betrachtete ich die Verläufe des Blutes, die sich in irrwitzigen Windungen über mein Gesicht zogen. Die Haut der Nase klaffte recht weit auseinander und auch die Stirn war an der einen Seite etwas beschädigt worden. In meinen Händen hatten es sich kleine Steinchen bequem gemacht und zu diesem Zwecke die Haut aufgerissen und zur Seite geschoben.
Irgendwann nach längerer Wartezeit mußte ich mich dann doch auf solch ein fahrbares Bett legen, damit der Pfleger treffsicher jede Wand mitnehmen konnte auf dem Weg zum Röntgenraum. Die Herrin des Röntgengerätes wies mich an, auf dem Röntgentisch Platz zunehmen. Zu meinem Leidwesen in Bauchlage.
Bauchlage, das zweite Mal schon an diesem Abend, schrecklich.
Meine Verletzungen, Schürfwunden an Bauch, Knie und wie schon erwähnt Hände ließen mir nur eine Möglichkeit. Nur auf Ellenbogen und Zehenspitzen gestützt wartete ich das Surren des Röntgenapparates ab, das mit zeigte, daß ich nun auch von innen belichtet wurde. Leider aber ließ sich die Herrin der Röntgenstrahlen Zeit, da sie telefonisch erst noch und höchst wichtig verkünden mußte, daß sie nun eine schwerverletzte Person röntgen müsse. Ich wunderte mich, denn ich hatte bis dahin noch keine schwerverletzte Person gesehen, wen könnte sie gemeint haben?
Mit Grausen erinnere ich mich noch, daß ich mein Gesicht aufs Laken legen sollte… Auf meine Nase!! Auf meine Stirn!!
Tapfer stemmte ich mich gegen die Hand, die meinen Kopf dem Laken immer näher drückte, bis das unschuldige Weiß des Lakens von meinem Blute benetzt wurde..
Endlich war das Röntgen beendet und wieder traf der junge Pfleger zielsicher alle Wände mit dem Bett auf Rollen, bis hin zum kleinen OP-Raum. Und nun dauerte es auch endlich nicht mehr sooo lange, bis sich dann einer der Ärzte erbarmte. Nein, es war nicht nur ein Arzt, es waren sogar zwei. Ein männlicher und ein weiblicher. Der männliche Arzt schien irgendwann mein Flehen, nicht zu nähen erhört zu haben und schob nun behutsam die klaffende Haut auf meinem Nasenbein mit Hilfe von kaltem medizinischem Stahl zusammen. Es war irgendwie ein kitzeliges Gefühl, was ich fast schon genoß, als die Ärztin mit unglaublicher Brutalität mir H²O² auf die offenen Handflächen schüttete.
Es brodelte und zischte auf der zerschundenen Haut. Die kleinen kalkhaltigen Steinchen reagierten auf die Flüssigkeit und ich auch.
"AU… DAS TUT WEH…"
Ich zuckte mit den Händen weg. Wenig mitleidig kam dann von der Ärztin:
"Halten Sie still, ich muß die Steine aus ihren Händen holen."
Ich sammelte mich kurz, hielt dann selber meine Hände straff gespannt ihr entgegen und ließ sie mit einer spitzen Schere und einer Pinzette in Ruhe das Gestein aus meinem Fleisch fischen. Endlich war ich medizinisch versorgt und der wackere Freund, der so lange im Wartezimmer ausharren mußte, konnte mich nun wieder in Empfang nehmen.
"Müssen wir jetzt ein Taxi nehmen?"
Und überschlug schon mal im Geiste meine Barschaft.
"Aber nein, die Jugendherberge ist gleich da drüben."
Mit diesen Worten deutete er auf den heimeligen Lichtschein in der Dunkelheit. Das Krankenhaus lag höchstens 100 Meter von der Jugendherberge entfernt, getrennt durch einen Park, durch den der Krankenwagen wohl nicht fahren durfte…

Man… war das funny… zwar tat das Lachen hinterher immer an der Stirn weh, weil die ja auch aufgeschlagen war… aber ich kam gegen die Lachanfälle einfach nicht an

Real geschehen Herbst 2001

 

 

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